Sonntag, 14. September 2014

Bo(c)k auf ein neues Reisegenre: Radreise

Ahoi Kameraden!

Bok, Bog oder Zdravo heißt es, wenn Kroaten sich in ihrer Landessprache begrüßen. Wir wurden angesichts der deutschen Touristenmassen von unserem Reisebegleiter zwar mit einem freundlichen 'Hallo', statt dem kroatischen 'Bok', willkommen geheißen, dennoch wäre die Antwort darauf 'wohl etwas indifferent ausgefallen: Bock auf eine Radreise? - hört sich spannend an, aber ist es das auch?

Die ganze Geschichte beginnt eigentlich schon früher. Mein Vater, Siegfried, und mein Onkel, Norbert, unternehmen mittlerweile schon im dritten Jahr eine Radreise gemeinsam. Hießen die davorigen Ziele Mallorca und Italien, so sollte es dieses Mal etwas anderes werden. Als ich und mein Cousin Phillip  Interesse bekundeten, fiel die Wahl schließlich auf Kroatien. Die Rahmenbedingungen: Eine Woche Radfahren auf den Inseln rund um die Region Rijeka, Inselhopping und Übernachtung auf dem Schiff, Tagesstrecken von 25-50 km.

Das liest sich doch ganz gut, dachten wir: Schön gemütlich auf der sonnigen Seiten Europas entlang am Meer mit dem Fahrrad bummeln und die Aussicht genießen. Da wird sich doch wohl keiner kaputt radeln - zumal das Klientel sich erfahrungsgemäß im eher gemäßigten Alter befindet und man sich ja im Urlaub und nicht im Training für den nächsten Triathlon befindet. Wenn ich jetzt sagen würde weit gefehlt, dann wäre das weit verfehlt. Doch eine Cappuccino-Tour war es allemal nicht, denn das hügelige Landschaftsprofil ist mit den mitunter 20%-igen Anstiegen nicht zu unterschätzen - Zitat Reiseleiter: "Wir haben ein paar Schnapsberge: Kurz, aber hochprozentig". Schön ist es dann v.a.wenn man sich beim Anstieg über 6 km müht, schwitzt, rackert und laut keuchend die Zunge heraushängt, während man zunächst ein fernes, leises, aber stetiges Summen vermerkt, dass immer lauter wird. Sssssss. Und der Teilnehmer mit dem Elektrorad ist vorbei. Und lächelt einen dabei an. Geil.

Aber eben weil es keine reine Bierverköstigungstour war und man abends ein wenig seine Beine gespürt hat, war es eben auch so toll. Oben auf dem Hügel angekommen, konnte man die schöne Aussicht genießen, bei der Bergabfahrt in die Dörfer und Städte sich auf die kleinen Gassen mit den vielen Restaurants freuen und den Tag bei Bier und Sonnenuntergang zum Schaukeln des Boots ausklingen lassen. Das wir zudem noch meisterhaft am Schiff verköstigt wurden, sowie auf eine herausragende Crew und eine tolle Reisegruppe gestoßen sind, machte es noch besser.

Dennoch: Was hier ein wenig gefehlt hat, war die Freiheit, die man sonst beim Backpacking erlebt. Aber Fahrradfahren und Freiheit schließt sich nicht aus - ganz im Gegenteil. Mit Auto / Bahn könnte man locker in viele verschiedene Gebiete reisen, um diese dann mit dem Fahrrad zu erkunden - denn dadurch ergibt sich ein ganz anderes Gefühl für die Region. Nur das Trampen fällt ein wenig flach. Aber wer weiß, vielleicht klappt das mit Fahrrädern auf Autoanhängern - was meinst du, Flo? ;)





Typisches Dorf in der Region



Ort, der die...

...schmalste Gasse der Welt beinhaltet (laut Guinessbuch)



Traumhafter Blick über das Meer...

..dort reicht es schon mal für ein Gruppenfoto



Kroatien ist "steinreich" (Reiseleiter)


Unser Schiff


Und auch unsere Räder


Wer sich von der Gruppe loseist, muss sich dann eben selbst um die Route kümmern ;)


Ein Hauch von Neuseeland


Fazit: Daumen hoch!


In diesem Sinne,

Adio oder ... Bok!





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